Verführung zur Lektüre: „Fermats letzter Satz“

fermats satz

Liegt da nicht bereits ein Dutzend Bücher, das der Lektüre harrt? Und nun noch eines? Das hier wurde mir heute geschenkt – offenbar mit Sachverstand. Danke! Bei Amazon erhält „Fermats letzter Satz“ von Simon Singh 4,8 von 5 Sternen. Erschienen ist es schon 1997. Warum bin ich nicht schon früher über eine Rezension dieses Buchs gestolpert?
Die Geschichte des Satzes ist in der Tat abenteuerlich. Formuliert, aber nicht bewiesen, wurde er von Pierre de Fermat – um das Jahr 1640 herum. Bewiesen wurde er erst 1994 von Andrew Wiles. Eine lange, lange Zeit war da vergangen, viele versuchten sich daran. Ihr Scheitern soll einige sogar in den Suizid getrieben haben.
Der von Wiles endlich gelieferte Beweis ist äußerst komplex, er umfasst ca. 100 Seiten. In der Fachwelt war es damals eine Sensation, ich erinnere mich noch an die Schlagzeilen.

Aber worum geht es eigentlich? In gewisser Weise wieder um den Satz des Pythagoras: a²+b²=c²
Der für rechtwinklige Dreiecke geltende Satz (a und b stehen für die Längen der Katheten, c steht für die der Hypotenuse) ist leicht beweisbar, zuzutrauen auch einem Schüler. Insbesondere gibt es natürliche Zahlen, die diese Gleichung erfüllen, etwa a = 3, b = 4 und c = 5:  3² + 4²=5² bzw. 9 + 16 = 25.
Gibt es drei natürliche Zahlen, so dass die Gleichung auch erfüllt ist, wenn nicht mit 2 potenziert wird, sondern mit 3, mit 4 oder einer größeren natürlichen Zahl? Eben nicht, das war Fermats Vermutung. Wer das Problem besser verstehen will, sollte den guten Artikel in der Wikipedia lesen. Wer die Lösung umfassend verstehen will, müsste die schon erwähnte 100-seitige Arbeit von Wiles lesen. Offen gestanden: Auch ich wäre damit überfordert.
Nicht aber von Simons Singhs Buch. Die Süddeutsche Zeitung soll es in einer Rezension ein „Wunder“ genannt haben.